2015: Heft 4

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ÖMZ 4/2015: Aufhören! Vom Ende in der Musik

»Dass sie nicht enden können, das macht die großen Werke groß«, schrieb der Philosoph Ernst Bloch über seinen Kollegen Hegel. Der Satz lässt in gleicher Weise auf dessen Zeitgenossen Beethoven anwenden – und nicht nur für das »ewige Leben« in der Rezeptionsgeschichte, sondern auch für manches Werk (vor allem die heroischen Symphonie-Finalsätze oder den Fidelio). Bei Theaterlicht besehen gilt er auch für den zweiten Akt der Oper aller Opern, des Don Giovanni, sowie für viele Arbeiten der nachfolgenden Komponisten-Generationen – von den »himmlischen Längen« Schuberts bis zu zahlreichen Beispielen der neuesten Kammermusik. Mit dem Themenschwerpunkt »Aufhören!« geht es aber auch um das (zu?) frühe Ende von Tonkünstlern wie um das (zu?) späte Beenden von Tonkünstler-Karrieren.
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Inhalt
Aller Anfang ist schwer, erst recht das Ende // Gerhard R. Koch
Persönliche Todeserfahrung und Tod der Utopie // Hartmut Krones
Chiffre des erlösenden Aufatmens Beethovens sechste Symphonie und ihre Schlüsse // Peter Gülke
Nicht aufhören Enden und Anfangen – mit Hörsplittern aus dem Repertoire // Wolfgang Schreiber
Pflaumenweiche Enden? Leise Schlüsse in Symphonien des 19. und frühen 20. Jahrhunderts // Arne Stollberg
E la nave va Ein Kalenderblatt zum 5. Juli 1965 // Frieder Reininghaus
Über das Ende hinaus Komponistenwitwen zwischen Gattenverehrung und kulturellem Gedächtnis // Daniel Brandenburg
Der Welt abhanden kommen Über musikalischen Eskapismus // Andreas Dorschel
»You can kill people with sound« Zum 80. Geburtstag von Arvo Pärt // Johannes Prominczel


Extra: Song Contest
Der beste Song oder der kleinste gemeinsame Nenner? Das kollektive Werten beim ESC // Melanie Wald-Fuhrmann
Ein Lied kann eine Brücke sein. Verbindungen von Ton und Bild beim diesjährigen Eurovision Song Contest // Ivan Raykoff
Österreich beim Song Contest // Johannes Prominczel


Neue Musik im Diskurs
»… absolute freedom, complete autonomy for my art …« Olga Neuwirth // Stefan Drees


Berichte
Oper in Europa
Alban Bergs Lulu in Amsterdam, Oscar Strasnoys Fälle in Zürich, Julian Andersons Thebans in Bonn, Salvatore Sciarrinos Luci mie traditrici und Bela Bartóks Blaubart in Wien // Frieder Reininghaus
Premieren in Wien // Walter Weidringer
Così fan tutte an der Wiener Volksoper // Johannes Prominczel
War alles nur Wahn? Berliner Premieren // Magdalena Pichler
Hèctor Parras Wilde in Schwetzingen, Lucia Ronchettis Esame di mezzanotte in Mannheim // Frieder Reininghaus
Lior Navoks An unserem Fluss in Frankfurt // Jörn Florian Fuchs
Beat Furrers La bianca notte in Hamburg // Verena Fischer-Zernin
George Benjamins Written on Skin in St. Gallen // Anna Mika
René Clemencics Gilgamesch in Wien // Robert Lillinger

Festivals & Konzerte
Musikprogramm der Wiener Festwochen // Juri Giannini & Fritz Trümpi
Musikbiennale Zagreb, Unsafe & Sounds Festival // Philip Röggla
»Urbo kune« // Juri Giannini
»… im Banne der Anderen« // Heinz Rögl
Revolution, Flucht und Exil // Sabine Seuss
Zum Achtziger von Kurt Schwertsik // Christian Heindl
Porträt Tamara Friebel // Sabine Seuss
Neues mit Traditionsbezug // Lena Dražić

Symposien
Im weißen Rößl // Jan-Felix Wall
Fünfzig Jahre Neue Schubert-Ausgabe // Anna Mika
Wiener Symposien-Juni // Johannes Prominczel


Rezensionen
Bücher
CDs und eine DVD

Das andere Lexikon
Spätwerk // Wolfgang Fuhrmann

News
System und Kritik

Zu guter Letzt
Ein goldenes Zeitalter der Musik // Johannes Prominczel & Frieder Reininghaus