ÖMZ 8 2012: Aufführungspraxis – Glaube, Liebe, Hoffnung

Abstract

Historisch informierte Aufführungspraxis ist in den letzten Jahrzehnten zu einer scheinbar selbstverständlichen Voraussetzung musikalischer Interpretation geworden, die längst nicht mehr nur den eingeschränkten Bereich der Alten Musik und das abgeschlossene Soziotop von Spezialensembles betrifft. Dieses Heft stellt die Frage nach den Gründen ihres Erfolges, aber auch nach ihren Möglichkeiten und Grenzen, die sich je nach Repertoire immer wieder anders darstellen. Außerdem wird thematisiert, warum der Versuch, zum historischen Erscheinungsbild von Werken durchzudringen, sich in aller Regel vor allem auf den Klang bezieht und – etwa bei Opernaufführungen – vor szenischen Aspekten Halt macht. Überlegungen zur Notwendigkeit einer Aufführungspraxis neuer Musik – etwa wenn Komponisten nicht mehr über Interpretationen wachen können oder veraltete elektronische Klangquellen Überlegungen zu ihrer Aktualisierung notwendig machen – setzen die Fragestellungen dieses Heftes bis in die jüngste Zeit fort.

Erhältlich ab 6.4.2012.