ÖMZ 5: Bernhard, Jandl, Jelinek

Abstract

ÖMZ 5/2015 CoverLiebe Leserinnen und Leser,

die Redaktion dankt allen, die an der Leserumfrage (Beilage zu ÖMZ 4/2015) teilgenommen haben, z. T. gewürzt mit Komplimenten, Kritik und Verbesserungsvorschlägen. Hier eine erste kurze Übersicht: Die meisten Einsendungen kamen von 50- bis 65-Jährigen, 62,7 % aus Österreich (37,3 % international), ein Drittel von Leserinnen. Offensichtlich sind sie mehrheitlich von Erfahrungen in Schulen, Musikschulen, Orchestern etc. geprägt. Fast alle interessieren sich für Das andere Lexikon und die Thementeile – mit unterschiedlichen Akzentsetzungen. Als »besonders interessant« hervorgehoben werden die Hefte zur Musik im Donauraum, zu Mahler und Cage, zur Musik 25 Jahre nach der »Wende«, zum Regisseurstheater sowie Clavierland Österreich und Wie (a-)sozial ist die Musik; am meisten geschätzt: Abenteurer (6/2014) und Aufhören! (4/2015). Am wenigsten Akzeptanz fanden Übergänge (1/2011), Oper in Osteuropa sowie Ungarische Musik heute. Dass wir uns mit exklusiven Beiträgen zum Musikleben in den östlichen Nachbarländern auf ein Terrain mit wenig kulinarischen Aspekten begeben, war abzusehen. – Niemand wünscht sich »mehr Wissenschaftlichkeit« in der ÖMZ (aber: Fußnoten sind akzeptiert, »wenn es die Redlichkeit gebietet«). Die Erwägung, »mehr Stars« bzw. »buntes Allerlei« zu präsentieren, stößt auf einhellige Ablehnung (»Nein, bitte kein Larifari!«). Erhebliches Interesse wird für Neue Musik im Diskurs bekundet. Berichte und Rezensionen sind für alle wichtig – ein älterer Opernsänger plädiert für »etwas mehr Biss«. Durchweg gefordert werden größere, bessere und möglichst auch farbige Bilder. Da sagen wir von Herzen: Gerne! Allerdings fehlen die Sponsoren, die die Aufstockung unseres mehr als bescheidenen Etats um die Mehrkosten ermöglichen. Aus Salzburg kommt am Rande notiertes Lob: »Die neue ÖMZ mit ihrem Team hat dazugewonnen«, aus Berlin eine »Gratulation zum hohen Niveau«. Aus dem 14. Bezirk werden Themenschwerpunkte zu »Symphonien weniger bekannter Komponisten« angeregt und aus Linz »mehr Musikschulthemen «. Ein langjähriger Leser fordert »Konzentration auf österreichische Themen«. Hingegen fehlt einer Abonnentin aus dem Rheinland »der internationale Weit-Blick« und ein Abonnent aus Niederösterreich meint: »Mehr Europa könnte nicht schaden«.
Was tun? Ist doch ganz klar: Die ÖMZ als eierlegendes Wollmilchschwein fortführen! Mit einem europäischen Rüssel und vier Wiener Musikmägen, mit hinreichend Borsten und einem ironischen Bürzel. Kommen da Bernhard, Jandl, Jelinek und ihre Verhältnisse zur Musik nicht wie gerufen? Da die Musen der Literatur und der Musik sich in diesem Heft thematisch die Hände reichen, haben wir Musenbilder von Hans Wallner als schöne Begleiterinnen ausgewählt. Wenige Tage nach Absenden seines Manuskripts starb Hans Winking am 18. 8. völlig überraschend im Alter von 67 Jahren. Sein Extra-Essay zu Heimito von Doderer – durch höhere Fügung zu einem Schlusswort geworden – bildet jetzt den Auftakt der Texte zu Literatur und Musik.